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Adoptionsablauf

Sie haben sich in eines unserer hier vorgestellten Tiere „verguckt“ und möchten wissen, wie es nun weitergeht?

Wir möchten Ihnen hier den Ablauf der Adoption eines unserer Tiere erklären:

 

1. Schritt: Einige Fragen, die Sie möglicherweise haben werden

Können Sie mir noch mehr von dem Tier erzählen?” ist wohl die häufigste Frage, die wir von Interessenten an einem unserer Hunde oder Katzen zu Anfang gestellt bekommen. Und natürlich ist es sehr verständlich, dass man so viel wie möglich von seinem möglichen neuen Mitbewohner wissen möchte, insbesondere, wenn man diesen vor einer Adoption nicht persönlich kennenlernen kann, da er noch in unserem spanischen Partnertierheim wartet … aber:

Sämtliche Informationen, die wir zu dem jeweiligen Tier derzeit haben, finden Sie hier auf seiner persönlichen Vorstellungsseite. Über die Hunde und Katzen, die sich bereits auf Pflegestellen in Deutschland befinden, können wir dabei natürlich mehr berichten, als es bei den Tieren, die sich noch in unserem spanischen Partnertierheim aufhalten, der Fall ist.

Konkrete Fragen (etwa nach der Verträglichkeit eines Hundes mit Katzen) versuchen wir gerne zu beantworten bzw. in Erfahrung zu bringen. Bei den Tieren, die sich noch in unserem spanischen Partnertierheim befinden, ist es meist auch möglich, ein kurzes Video zu erhalten, sofern noch keines vorhanden ist. Ob und wie lange ein Hund bereits alleine bleiben kann, ob er stubenrein ist, ob er gerne im Auto mitfährt, ob man ihn problemlos in Restaurants mitnehmen kann und ähnliches – all dies kann in der Tierheimumgebung nicht festgestellt werden, und darauf können wir insofern keine Antwort geben.

Grundsätzlich sollten Sie sich darauf einstellen, dass sie einem Hund aus dem Tierschutz alles selbst beibringen müssen, worauf sie im Zusammenleben Wert legen.

 

2. Schritt: Einige Fragen, die Sie sich selbst stellen sollten

Bevor Sie bei uns wegen eines unserer Schützlinge anfragen, sollten Sie bezüglich einiger wichtiger Themen bereits selbst Klarheit gewonnen haben und die folgenden Fragen mit einem uneingeschränkten “Ja” beantworten können:

Bin ich mir ganz sicher, dass ich bereit dafür bin, jetzt einen Hund bzw eine Katze in mein Leben einzuladen?

Haben Sie zum Beispiel einen möglicherweise erst jüngst zurückliegenden Tod eines bisherigen vierbeinigen Familienmitglieds verwunden und sind wieder offen dafür, sich auf eine neue Hunde- oder Katzenpersönlichkeit einzulassen? Oder haben Sie sich beispielsweise bereits ausreichend theoretisch mit den Anforderungen der Tierhaltung beschäftigt, falls Sie bisher noch kein eigenes Tier hatten? Verfügen Sie auch über ausreichend Platz und Zeit für das Tier?

Bin ich bereit dazu, Verantwortung für die gesamte Lebensspanne eines Lebewesens  zu übernehmen, das ganz von mir abhängig sein wird?

Ein Hund kann 13-18 Jahre alt werden, eine Katze sogar noch älter. Für einen Menschen ist das bereits eine lange Zeitspanne – aber für das Tier ist es sein ganzes Leben.

Wenn wir uns dazu entscheiden, Ihnen eines unserer Tiere anzuvertrauen, erwarten wir von Ihnen, dass Sie dieses als Familienmitglied bei sich aufnehmen und es bis an sein Lebensende als solches behandeln.

Umzug, Arbeitsplatzwechsel, die Geburt eines Kindes, eine Trennung oder ein neuer Partner dürfen keine Gründe sein, ein Familienmitglied zu vernachlässigen oder ganz im Stich zu lassen. Für all solche möglicherweise zukünftigen Änderungen Ihrer Lebenssituation muss es einen Plan geben, der Ihren Hund oder Ihre Katze nicht ausschließen wird, und die Bereitschaft, dafür auch selbst Abstriche zu machen und die eigenen Bedürfnisse hintenanzustellen.

Sind alle Personen, die die Adoption eines Hundes oder einer Katze auch betrifft, über meine Pläne informiert und damit einverstanden?

Wir hatten in der Vergangenheit immer mal wieder Adoptionsanfragen, bei denen sich erst im späteren Verlauf irgendwann herausstellte, dass zum Beispiel der Lebenspartner oder die Mutter, auf deren Hilfe bei der Betreuung während der eigenen Arbeitszeit gebaut wurde, noch gar nicht eingeweiht worden war … und leider war das nicht selten dann der Grund, weshalb aus der Adoption am Ende auch tatsächlich nichts wurde – weil derjenige sich nicht einverstanden zeigte.

Bitte klären Sie solche Dinge VOR Ihrer Anfrage bei uns. Besprechen Sie Ihren Adoptionswunsch mit Ihrem Partner, Ihren Kindern oder sonstigen Haushaltsangehörigen, ggf ihrem Arbeitgeber, falls Sie planen, den Hund mit an die Arbeit zu nehmen, und holen Sie ggf. auch von Ihrem Vermieter die Erlaubnis zur Tierhaltung ein.

Lässt meine finanzielle Situation es zu, die langfristige Fürsorge für einen Hund bzw. eine Katze zu übernehmen?

Nicht nur die regelmäßig anfallenden Kosten für Fütterung, Ausstattung, Versicherung, Parasitenprophylaxe und Impfungen, ggf. Hundesteuer etc. sollten problemlos bestritten werden können – auch für unerwartete, hohe Tierarztkosten muss man als Tierhalter gewappnet sein.

Erfülle ich ggf. die in meinem Bundesland gültigen rechtlichen Voraussetzungen zur Hundehaltung bzw. bin ich bereit, den entsprechenden Auflagen nachzukommen?

In einigen Bundesländern gibt es besondere Auflagen zur Hundehaltung, wie etwa das Ablegen einer Sachkundeprüfung (“Hundeführerschein”) oder die Verpflichtung, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen.

Die wichtigsten Regelungen haben wir hier für Sie zusammengefasst.

 

3. Schritt: Einige Fragen, die wir Ihnen stellen möchten (Interessentenfragebogen)

Wenn Sie nun Ihr Interesse an der Adoption eines unserer Tiere bekunden möchten, tun Sie das bitte, indem Sie unseren Interessentenfragebogen ausfüllen. Dies wird uns sehr dabei helfen, uns einen ersten Eindruck davon zu machen, ob Sie mit Ihren Gegebenheiten und Wünschen und das ausgewählte Tier mit seiner Vorgeschichte und seinen Bedürfnissen möglicherweise gut zueinander passen könnten.

Sie finden den Interessentenfragebogen unter dem Reiter “Anfrage stellen” auf der Vermittlungsseite des betreffenden Tiers oder gleich hier:

Eine Anfrage für einen Hund stellen

Eine Anfrage für eine Katze stellen

 

4. Schritt: Wir stehen Ihnen persönlich Rede und Antwort (Telefonisches Vermittlungsgespräch)

Sobald wir den von Ihnen ausgefüllten Interessentenfragebogen erhalten haben, wird sich innerhalb von 1-2 Werktagen ein Mitarbeiter unseres Vereins mit Ihnen in Verbindung setzen.

In einem persönlichen Telefonat können alle möglicherweise noch offenen Fragen geklärt und alles Weitere besprochen werden.

Falls sich Ihr Herzenstier bereits in Deutschland auf einer Pflegestelle befindet, haben Sie jetzt außerdem Gelegenheit, sich telefonisch von der Pflegefamilie noch mehr über das Tier erzählen zu lassen, und können ggf. einen Termin mit der Familie vereinbaren, bei dem Sie das Tier persönlich kennenlernen können. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir den Kontakt zur Pflegefamilie grundsätzlich erst herstellen können, wenn uns der Interessentenfragebogen vorliegt.

 

5. Schritt: Wir möchten Sie noch etwas besser kennenlernen (Vorkontrolle)

Wir möchten uns gerne das möglicherweise neue Lebensumfeld unseres Schützlings persönlich anschauen, uns vergewissern, dass die von Ihnen im Fragebogen gemachten Angaben den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen, sowie die zwei- und ggf. auch vierbeinigen Haushaltsangehörigen persönlich kennenlernen. Zu diesem Zweck wird Sie ein Mitarbeiter unseres Vereins oder ein von uns entsprechend beauftragter Kollege eines anderen Tierschutzvereins aus Ihrer Nähe zu Hause besuchen kommen.

Dies ist im seriösen Tierschutz obligatorisch, und auch wir vermitteln kein Tier ohne diese sogenannte “Vorkontrolle”.

 

6. Schritt: Vermittlungsvertrag und Schutzgebühr

Ist der Vermittlungsablauf bis hierhin mit positivem Ausgang durchlaufen worden, steht der Adoption des Tieres nichts mehr im Wege. Wir senden Ihnen unseren Vermittlungsvertrag zu, woraufhin sie die Bearbeitungsgebühr auf unser Vereinskonto überweisen.

Die Bearbeitungsgebühr für die Adoption unserer Tiere beträgt:

Kastrierte Hunde – 350,- €
Welpen (unkastriert) – 300,- €
Kastrierte Katzen – 180,- €
Kitten (unkastriert) – 150,- €

Wir verpflichten uns Ihnen gegenüber vertraglich, die erhobene Gebühr ausschließlich für die satzungsgemäßen, gemeinnützigen Zwecke – also unmittelbar für unsere Tierschutzarbeit – zu verwenden. In erster Linie wird die Gebühr eingesetzt werden, um die Kosten für die medizinische Versorgung im Zuge der Ausreisevorbereitung (Impfen, Chipen, Ausstellung des EU-Heimtierausweises, Behandlung gegen Würmer und Flöhe, Kastration, Bluttest etc.) sowie die Transportkosten für das von Ihnen adoptierte Tier abzudecken.

Es ist außerdem ein Pfand für das ausbruchsichere Brustgeschirr, mit dem wir alle unsere Hunde für die erste Zeit der Eingewöhung ausstatten, bzw. für die Transportbox, in der unsere Katzen übergeben werden, zu entrichten. Das Pfand erhalten Sie bei der Rückgabe von Geschirr bzw. Box erstattet.

Pfand Sicherheitsgeschirr S/M – 35,- €
Pfand Sicherheitsgeschirr L/XL – 45,- €
Pfand Katzentransportbox – 25,- €

Weitere Kosten entstehen Ihnen nicht.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass unsere Gebühren nicht verhandelbar sind und wir weder Stundung noch Ratenzahlung gewähren können.

 

7. Schritt: Ihr neues Familienmitglied zieht ein

Falls Ihr vierbeiniger Liebling bereits bei einer unserer Pflegefamilien auf Sie wartet, können Sie jetzt einen Termin vereinbaren und ihn bei dieser abholen.

Falls er sich noch in unserem spanischen Partnertierheim befindet, bereiten wir nun die Ausreise vor.

Bevor sie in ihr neues Zuhause ziehen, werden alle unsere Hunde gegen Tollwut sowie zweimalig gegen Staupe, Hepatits, Parvovirose, Leptospirose und Zwingerhusten geimpft; es wird also eine vollständige Grundimmunisierung durchgeführt. Die Hunde werden weiterhin mit einem Mikrochip gekennzeichnet und es wird ein EU-Heimtierausweis ausgestellt. Sie werden tierärztlich untersucht, sowie gegen Würmer und Flöhe behandelt. Hunde ab einem Alter von ca. 6 Monaten werden kastriert und mit einem Labortest auf die Mittelmeerkrankheiten Leishmaniose, Ehrlichiose und Dirofilariose getestet.

Unsere Katzen werden gegen Tollwut, das Rhinotracheitis-Virus, Calicivirus und Katzenseuche grundimmunisiert. Sie werden außerdem ebenfalls gechipt, mit EU-Pass ausgestattet, tierärztlich untersucht, gegen Parasiten behandelt und, sofern sie alt genug sind, kastriert, ferner auf FIV und FeLV getestet.

Unsere Schützlinge erreichen Deutschland auf dem Landweg. Sie reisen mit einem zugelassenen Heimtiertransporteur, dessen Fahrzeug für die Verbringung von Hunden und Katzen vom Veterinäramt abgenommen ist und allen Anforderungen an einen möglichst stressfreien, tierschutzgerechten Transport entspricht.

Ihr Tier trifft in ruhiger Umgebung und auf gesichertem Gelände an unserem Vereinssitz in 35460 Staufenberg bei Gießen ein und wird dort von einem unserer Vorstandsmitglieder an Sie übergeben werden.

Da uns ein sicherer und möglichst stressarmer Start in das neue Leben für unsere Schützlinge sehr am Herzen liegt, verbringen wir die Tiere weder per Flugpaten nach Deutschland, noch möchten wir, dass diese an irgendeinem Autobahnrastplatz oder öffentlichem Parkplatz in Empfang genommen werden. Wir können daher weder eine Abholung an einem Flughaften noch an irgendeinem anderen Ort außer unserem Vereinssitz anbieten.

 

8. Schritt: Nach der Adoption

Selbstverständlich sind wir auch nach der Adoption weiterhin für Sie und Ihr neues vierbeiniges Familienmitglied da. Sie können sich mit allen Fragen, Sorgen oder Problemen jederzeit an uns wenden – und ganz besonders freuen wir uns natürlich auch darüber, wenn Sie uns ab und an an den glücklichen Momenten teilhaben lassen und uns einen kleinen Gruß oder ein Foto senden. Auch unser Tierheim-Team in Spanien ist immer sehr dankbar darüber, ein kleines bisschen vom schönen neuen Leben ihrer ehemaligen Schützlinge miterleben zu dürfen.

Einige Zeit nach der Adoption, möchten wir Sie und unseren ehemaligen Schützling gerne außerdem noch einmal besuchen kommen. Meist wird diese sogenannte Nachkontrolle durch die Ihnen dann bereits bekannte Person vorgenommen werden, die auch im Vorfeld der Adoption bereits bei Ihnen zuhause war.